Um E-Mails an Kunden und Interessenten versenden zu können, braucht man E-Mail-Adressen.
Diese naheliegenden Einsicht führt zu zahllosen Formularen, die in Websites der
tippfreudigen Surfer harren. Unter dem Aspekt, wie Anwender an diese Formulare
herangeführt werden, lassen sich zwei Kategorien unterscheiden:
freiwillig auszufüllende und aufgezwungene Formulare.
Formulare auf freiwilliger Basis
Bei den auf Freiwilligkeit basierenden Formularen wird dem Anwender das Angebot
gemacht, sich in einen E-Mail-Verteiler einzutragen. Dieses Vorgehen hat für den
Anbieter den Vorteil, daß die Besucher – abgesehen von einigen "Spaßvögeln" –
in der Regel echte Adressen eingeben werden.
E-Mail-Adresse gegen Angebot
Sehr häufig findet man speziell bei Downloadangeboten Formulare, welche die Benutzer
ausfüllen müssen, bevor sie ihre eigentlich beabsichtigten Aktionen fortsetzen können.
Diese Methode hat ihre Reize, da man zum Beispiel bei nützlichen Freeware-Programmen,
hinter denen eine kostenpflichtige Vollversion steht, sehr viele Adressen von
Anwendern bekommt, die sich für ein derartiges Programm interessieren.
Allerdings ist diese Verfahren auch mit Schwächen behaftet:
- Zahlreiche Anwender werden falsche Adressen eingeben, die mit viel
Arbeitsaufwand wieder ausgesondert werden müssen,
- einigen Anwendern wird das Ausfüllen des Formulars zu mühsam sein, diese
Interessenten sind vorläufig verloren,
- wenn es sich um Programme handelt, lassen sich die Dateien nicht direkt über
Webverzeichnisse wie zum Beispiel
http://www.winfiles.com/ verlinken, was viele
Nutzer dieser beliebten Dienste abschrecken wird.
"Privacy Policy" fördert Eingabe echter Adressen
Oft werden falsche Adressen eingegeben aus der Besorgnis heraus, die
E-Mail-Adressen könnten an weitere Firmen oder gar Spammer weiterverkauft werden.
Das Mittel dagegen ist eine sogenannte "Privacy Policy" – die klare Aussage, daß die
erhobenen Daten nur zur Verwendung im eigenen Haus bestimmt sind und an niemanden
weitergegeben werden. Diese Privacy Policy sollte in unmittelbarer Nähe des Formulars
gut sichtbar zu lesen oder abzurufen sein.
Länge der Formulare
Ein anderes Hemmnis für das Ausfüllen von Formularen ist deren oft ausufernde Länge.
Wenn die Kommunikation per E-Mail erfolgen soll – welchen Sinn hat es dann, auch die
Postanschrift, Telefon- und Faxnummer zu erfragen? Hierbei ist zu bedenken, daß
jedes weitere Feld die Wahrscheinlichkeit mindert, daß die Besucher das Formulars
ausfüllen.
Erforderliche und fakultative Felder
Ein Kompromiß ist die Unterscheidung zwischen erforderlichen und weiteren Feldern.
Erforderliche Felder sind der Name und die E-Mail-Adresse. Weitere Felder können
fakultativ bleiben. Die Unterscheidung zwischen erforderlichen und fakultativen Feldern
sollte für den Anwender deutlich erkennbar sein.
Üblich und sinnvoll ist es, den Interessenten den Empfang von weiteren Informationen
per E-Mail erkennbar freizustellen. Dies wird üblicherweise gelöst durch ein
Kontrollfeld, das standardmäßig aktiviert ist, sich aber auch wieder deaktivieren
läßt. Ein solches minimalistisches Formular zum Einsammeln von E-Mail-Adressen
könnte sich also auf drei Felder beschränken:
- Name (erforderlich)
- E-Mail-Adresse (erforderlich)
- Informationsanforderung (fakultativ, Vorgabe "ja")
-
Nur zu verwertende Daten erheben
Grundsätzlich stellt sich allerdings die Frage, ob überhaupt ernstlich beabsichtigt
ist, die E-Mail-Adressen oder Postanschriften für die Aussendung von Informationen an
Interessenten zu nutzen. Wenn nein, macht es wenig Sinn, diese Daten zu erheben.
Dennoch sieht man im Web oft lange Formulare, die ausgefüllt werden sollen,
denen dann aber später keine weitere Aktivität folgt.
Autoresponder als Adreßsammler
Eine andere Methode, um an E-Mail-Adressen zu gelangen, sind Autoresponder,
denn die speichern in Logdateien automatisch die Adressen, an die sie
Mails versenden.
So ist es zum Beispiel möglich, eine Textanzeige in einem E-Mail-Dienst zu plazieren,
die neben oder auch statt einem HTTP-Link eine E-Mail-Adresse zur Anforderung von
Informationen enthält. Statt die Informationen manuell zu
verschicken, läßt sich hierfür ein Autoresponder verwenden.
Nach einer gewissen Zeit werden dann die
Adressen ausgelesen und für eine Nachfaßaktion benutzt.
Dieses Vorgehen erfordert jedoch eine feinfühlige Handhabung, denn den
Anfragenden ist wahrscheinlich nicht bewußt, daß ihre E-Mail-Adressen gespeichert
wurden. Eine folgende Aussendung sollte also klar Bezug nehmen auf die
vorhergehende Anfrage und möglichst knapp ausfallen, um den Eindruck von
"Spam" zu vermeiden. Die Aussendung kann das Angebot enthalten, daß
die Personen in die Mailingliste eingetragen werden, um zukünftig regelnäßig
neue Informationen und Angebote zu bekommen ("wir haben wieder etwas für Sie").
Die Adressaten sollte jedoch nur dann eingetragen werden, wenn sie diesen
Wunsch durch Zurücksenden dieser E-Mail aktiv bestätigen. Das umgekehrte
Verfahren, eine ungebetene Eintragung, die aktive Abmeldung erfordert, würde sich
in gefährlicher Nähe zum "Spamming" bewegen.
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