Werbung per E-Mail beziehungsweise E-Mail-Marketing wird leider manchmal mit den
berüchtigten unerwünschten Werbemails gleichgesetzt. Diese sind jedoch nur eine
unangemessene Variante einer durchaus sinnvollen und nützlichen Werbeform.
Alternative zu Bannerwerbung
Andererseits suchen immer häufiger Werbetreibende nach Alternativen zur Bannerwerbung.
Banner sind zwar sehr bequem über Agenturen zu buchen. Doch die Resonanz
("Click Through Rate") bewegt sich mittlerweile meist im Promillebereich. Das Publikum
ignoriert die allgegenwärtigen Zappelbanner einfach. Versuche, die Besucher durch nachgeahmte
Windows-Fehlermeldungen und ähnliche Tricks zu täuschen, sind typische Auswüchse des
weitgehend vergeblichen Ringens um Aufmerksamkeit.
Eine mögliche Alternative zu Bannern sind Textanzeigen in
E-Mail-Diensten. Dabei
handelt es sich um Texteinträge mit HTTP- und/oder E-Mail-Links, die als Anzeige
in solchen Diensten veröffentlicht werden.
Typischerweise veröffentlicht man Textanzeigen nur in Diensten, die sich genau
mit dem beworbenen Thema befassen. Die Inserenten erreichen so eine exakt passende
Zielgruppe, und für die Leser wiederum ist die Anzeige eine thematisch passende
Information. Mailinglisten erzielen in der Regel nur eine eingeschränkte Reichweite -
meist im vierstelligen Bereich - jedoch ist diese Zielgruppe weitgehend frei
von Streuverlusten.
Merkmale von Textanzeigen im Überblick
Vorteile
- Textanzeigen sind informativ
Auch auf begrenztem Raum läßt sich ein Angebot wesentlich besser beschreiben
als mit einem Banner.
- Textanzeigen erreichen Kernzielgruppen
Wer einen E-Mail-Dienst bezieht, ist mit Sicherheit rege am jeweiligen Thema
interessiert und gehört somit zur Kernzielgruppe.
- Direkter Kontakt zur Zielgruppe
In Textanzeigen lassen sich E-Mail-Links und Autoresponder unterbringen, die
direkte Kommunikation mit Interessenten ermöglichen.
Wiederholte Schaltung der Anzeigen erreicht die Leser auch zuverlässig wiederholt,
da Mailinglisten naturgemäß in der Regel von Abonnenten bezogen werden
(Ausnahme: Leser in Webarchiven).
- Einträge in Suchmaschinen
Auch Suchmaschinen lesen Mailinglisten, sofern für diese Archive im Web angelegt
wurden, was sehr häufig der Fall ist. In diesen Fällen bekommen die Inserenten quasi
als kostenlose Zugabe Einträge in den diversen Suchmaschinen.
Sehr viele Leser legen die Ausgaben der von ihnen bezogenen Mailinglisten in Ordern ab.
Bei erneuter späterer Lektüre wird auch die Werbung erneut wahrgenommen.
- Textanzeigen sind preisgünstig
Werbung in Mailinglisten ist absolut gesehen preisgünstig, meist regelrecht billig.
Die Tarife liegen gewöhnlich im (oft niedrigen) dreistelligen Bereich. In
Anbetracht der meist nicht übermaßig hohen Leseranzahl relativiert sich dieser niedrige
Preis allerdings wieder. Dafür stimmt die Zielgruppe.
Weil die meisten Werbetreibenden die Bedeutung dieses Mediums noch nicht erkannt
haben, wirkt eine E-Mail-Anzeige noch für geraume Zeit innovativ, während Banner
für Internetbenutzer schon lange zum (lästigen) Alltag gehören.
Nachteile
Die Nachteile von E-Mail-Anzeigen sind zum Teil Folgerungen aus den Vorteilen.
Da die Anzahl der Leser begrenzt ist und bei weitem nicht an die
Besucherzahlen von Portalen oder Suchmaschinen heranreicht,
lassen sich nur eingeschränkte Reichweiten erzielen.
Klassische E-Mail kennt keine Farben oder gar Animationen. Die Werbung muß sich auf
reinen Text beschränken.
- Beschränkung auf Fachthemen
Es gibt recht wenig General-Interest-Listen (zum Beispiel Nachrichten von Tageszeitungen).
Dies macht die Verwendung des Mediums für Markenartikler schwierig.
Auch Agenturen sind mit diesem Medium meist nicht vertraut. Es gibt auch keine
zentrale Vermarktungsstelle für Mailinglisten. Zudem sind manche Betreiber von
Mailinglisten eher als semiprofessionell einzustufen, was im Einzelfall die
Kommunikation und Handhabung erschweren kann.
- Problematische HTTP-Links
Das "Durchklicken" zur Website des Inserenten ist nur bedingt möglich. Viele Leser
werden bei der Lektüre offline sein, besonders, wenn private Zielgruppen angesprochen sind.
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